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DTM: Wer greift nach den Sternen? Paul di Resta, Gary Paffett oder doch Titelverteidiger Rene Rast ?

Paul Di Resta, Mercedes-AMG C 63 DTM,DTM Hungaroring 2018, Budapest (c)DTM

Die Fans dürfen sich beim Saisonfinale in Hockenheim auf ein DTM-Fest freuen – und auf Racing bis zur letzten Kurve.

Wer hat die besten Karten? Paul di Resta, Gary Paffett oder doch Rene Rast? Mercedes oder Audi? DTM.com beleuchtet die individuellen Saisonverläufe der Titelkandidaten.

Kandidat Nummer 1 : Paul di Resta

Paul Di Resta ist zweifelsfrei der konstanteste Fahrer in der DTM-Saison 2018. In der ersten Hälfte punktete er in jedem Rennen und auch danach leistete er sich nur zwei Nullnummern.

Vor dem Wochenende in Hockenheim (12. bis 14. Oktober) führt Di Resta die Fahrerwertung mit 229 Punkten vor Paffett (225) und Rast (199) an – bei maximal noch 56 zu vergebenden Punkten.

Nach den beiden Auftaktrennen in Hockenheim hatte das noch ganz anders ausgesehen. Di Resta erwischte einen bescheidenen Start – vor allem im Vergleich zu seinen Markenkollegen. Mit den Plätzen sieben und neun rangierte der Schotte nur auf Tabellenplatz elf.

Im Mercedes-internen Ranking war es nur der vorletzte Platz hinter Paffett (2), Lucas Auer (4), Pascal Wehrlein (5) und Edoardo Mortara (7). Im Verlauf der der nächsten zwei Veranstaltungen auf dem Lausitzring und in Budapest arbeitete sich Di Resta dann jedoch nach vorne.

Auf dem Hungaroring feierte er seine erste Pole-Position, fuhr souverän zum ersten Saisonsieg und belegte nach dem dritten Rennwochenende bereits Platz drei in der Tabelle hinter Timo Glock und Paffett.

Das Norisring-Wochenende war in Sachen Tabellenposition ein kleiner Rückschritt. Die Laufsieger Mortara und Marco Wittmann zogen zeitweise an Di Resta vorbei, der auf dem Stadtkurs mit den Plätzen vier und sechs trotzdem ordentlich punktete.

In Zandvoort, zum Ende der ersten Saisonhalbzeit, rückte Di Resta dann jedoch alles wieder gerade. Er belegte an der Nordsee die Plätze zwei und drei und untermauerte so Platz zwei hinter Paffett, der seit dem Norisring das Tableau anführte.

Bei seinem Heimspiel in Brands Hatch erlebte Di Resta ein Wechselbad der Gefühle. Das Samstagsrennen war zunächst eine Zäsur. Sein Team wagte eine außergewöhnliche Strategie mit einem frühen Stopp.

Die Rechnung ging nicht auf: Die Reifen bauten ab und Di Resta fuhr als 16. seinen ersten Nuller ein. Die richtige Antwort folgte tags drauf: Startplatz zwei und der Sieg im Rennen – eine deutliche Ansage.

In Misano übernahm Di Resta erstmals die Tabellenführung von Paffett. Volle Ausbeute am Samstag und ein ordentlicher fünfter Platz am Sonntag füllten sein Punktekonto. Paffett blieb in beiden Rennen punktelos.

Das Duell der beiden Mercedes-AMG-Piloten um den Titel war endgültig entbrannt. Am Nürburgring wechselte genauso die Führung, wie eine Veranstaltung später in Spielberg.

Der Status Quo aus Sicht von Di Resta: Platz eins mit vier Punkten Vorsprung auf Paffett – die Pole-Position im Titelkampf.

Gary Paffett sieg am lausitzring,DTM (c)DTMLausitz

Kandidat Nummer 2 : Gary Paffett

2005, in seinem dritten DTM-Jahr, gewann Gary Paffett die Fahrerwertung. Damals, im zarten Alter von 24 Jahren, schien der weitere Aufstieg des sympathischen Engländers nur Formsache zu sein.

Nach einem Jahr DTM-Pause, in der Paffett hauptberuflich als Test- und Ersatzfahrer für McLaren-Mercedes in der Formel 1 beschäftigt war, kehrte er mit erneuten Titelambitionen 2007 in die DTM zurück. Doch mit der zweiten Fahrerkrone wollte es nicht so recht klappen, er musste sich dreimal (2009, 2010 und 2012) als Zweiter jeweils knapp geschlagen geben.

Danach ging es ergebnistechnisch bergab, Paffett rutschte ins DTM-Mittelmaß ab. Im Gesamtklassement war seine Position dreimal sogar zweistellig. Das soll sich dieses Jahr ändern. Paffett war nach dem Auftaktrennen im Mai Tabellenführer, und will es auch nach dem Finale wieder sein.

Der inzwischen 37-jährige Familienvater hatte die gesamte Saison über eine Hand an der Trophäe. Mit voller Punktzahl aus Pole-Position und Sieg beendete er das erste Rennen in Hockenheim und setzte gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen.

Nach Tag zwei reihte er sich dann auf Rang zwei hinter Timo Glock ein. Es folgte im ersten Saisondrittel ein packender Zweikampf an der Tabellenspitze mit dem BMW-Piloten. Paffett setzte sich nach dem ersten Rennen in Budapest erneut an die Spitze, Glock konterte unmittelbar am Sonntag. Am Norisring patzte Glock und Paffett konnte sich endlich auf Platz eins festsetzen.

Die Führung behielt Paffett bis nach dem Samstagsrennen in Misano. Zweimal null Punkte an der Adria – das strapazierte sein Punktepolster, das er sich bis dahin mit drei Siegen und drei Podestplätzen aufgebaut hatte.

Markenkollege Paul Di Resta war nach einem schwachen Saisonstart zur Spitze aufgeschlossen, nutzte die Schwäche Paffetts gnadenlos aus. Mit Siegen in Brands Hatch und in Rennen eins in Misano schloss er die Lücke und am Sonntag sogar vorbei.

Doch Paffett ist zweifelsohne ein Kämpfer – nach dem Nürburgring stand er erneut auf Tabellenplatz eins. Hier leistete sich Di Resta einen Nuller.

Titelverteidiger Rast stahl den beiden Mercedes-AMG-Fahrern jedoch die Show, gewann in der Eifel und auch bei der vorletzten Veranstaltung in Spielberg vier Rennen in Folge. Paffett betrieb mit zwei dritten Plätzen Schadensbegrenzung, leistete sich aber auch am Samstag in Österreich mit Platz zehn ein schwaches Ergebnis.

Vor dem Finale liegt Paffett auf Tabellenplatz zwei und mit nur vier Punkten Rückstand in Schlagdistanz zu Di Resta.

Im Gegensatz zu dem Schotten hat Paffett in diesem Jahr in Hockenheim bereits brilliert, so dass seine Chancen auf den langersehnten zweiten Titelgewinn absolut intakt sind. Und zweite Plätze hat Paffett in der DTM schon genug eingefahren …

René Rast,24h Le Mans 2015 (c)Audi

Kandidat Nummer 3 : Rene Rast

Es war Zeit für Superlative. Der amtierende DTM-Champion Rene Rast schaffte vier Siege in Folge, gewann zuletzt beide Rennen in Spielberg. „Es war ein unglaubliches Wochenende“, sagte René Rast. „Ich bin unheimlich dankbar für ein gutes Rennen, ein gutes Auto, einen guten Boxenstopp und wieder gutes Teamwork. Ich bin einfach überglücklich.“

Der DTM-Titelverteidiger schrieb beim Rennen auf dem Red Bull Ring ein weiteres Stück DTM-Geschichte: Nach Klaus Ludwig, Nicola Larini und Alessandro Nannini ist er erst der vierte Fahrer, der vier Siege in Folge in der Tourenwagenserie feierte. Zuletzt war das Nannini im Jahre 1996 gelungen. Dabei hatte der Tag des 31-Jährigen gar nicht gut begonnen. Der beste Pilot im Qualifying der vergangenen Saison startete das zweite Rennen in Spielberg von Platz sieben, während die direkten Konkurrenten im Titelkampf, Gary Paffett und Paul Di Resta im Mercedes-AMG, von Platz eins und drei das Rennen aufnahmen.

Seit dem zweiten Zandvoort-Rennen, als Rast seinen ersten Saisonsieg hauchdünn vor den beiden Meisterschaftsfavoriten Paffett und di Resta feierte, zeigt die Formkurve beim 31-jährigen Audi-Piloten nach oben. Insgesamt sechs Nullrunden stehen in seiner Bilanz, doch seit seinem Quattro-Sieg am Nürburgring und in Spielberg liegt der Wahlösterreicher in Lauerstellung. Da kennt sich Rast bestens aus.

Mit Rückenwind fährt der Audi-Pilot nun nach Hockenheim zum Saisonfinale. Wieder als Verfolger, denn 2017 lag er als Zweiter 21 Punkte hinter dem Führenden der Fahrerwertung, Mattias Ekström. Nun sind es 26 Punkte auf Di Resta und 30 Zähler auf Paffett.

„Letztes Jahr haben wir mit vier Audis noch um den Titel gekämpft. Da hatte ich keine Unterstützung von den Markenkollegen.

Dieses Jahr bekomme ich sicher mehr Schützenhilfe, wie man es gestern auch gesehen hat. Jeder Punkt kann mir möglicherweise helfen.“ Dennoch hat der Champion von 2017 natürlich nicht das beste Blatt des in Frage kommenden Trios. „Es sind jetzt zwei Gegner und beide brauchen ein schlechtes Wochenende. Aber, wir haben gezeigt, dass wir das Blatt mit der richtigen Strategie aus eigener Kraft noch wenden können.“

Fünf Siege in Folge hat in der DTM noch kein Fahrer geschafft. Es wäre neuer Rekord in der DTM. Rast ist selbstbewusst genug, es zu versuchen. Zuzutrauen wäre es ihm nach den letzten Rennen allemal.

„Wir brauchen ein weiteres perfektes Wochenende. Das muss das Ziel sein. Wenn uns der Renngott hilft, so wie hier am Samstag, dann ist alles möglich.

Aber auch wenn nicht, ich bin Dritter in der Meisterschaft, das hätte Mitte des Jahres keiner mehr für möglich gehalten. Auf die Leistung können wir stolz sein. Die Chance, den Titel verteidigen zu können, war so unrealistisch vor diesem Wochenende. Jetzt ist es immer noch unrealistisch. Aber nicht mehr ganz so sehr.“

 

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