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DTM: Neuling Joel Eriksson macht alle nass, feiert Premierensieg in Misano

 Motorsports: DTM race Misano, Saison 2018 - 7. Event Misano, ITA, Joel Eriksson, ( SWE, BMW Team RBM ),Motorsports: DTM race Misano (c)DTM

Zum ersten Mal in seiner DTM-Karriere durfte Joel Eriksson ganz oben auf dem Siegerpodest jubeln: Der BMW-Pilot aus Schweden holte in einem turbulenten 14. DTM-Saisonrennen seinen ersten Sieg in der DTM.

Der Schwede siegte im zweiten Nachtrennen in Misano vor Edoardo Mortara im Mercedes-AMG und René Rast im Audi. Überwältigt von den Emotionen ließ Eriksson über Funk seinen Gefühlen freien Lauf:

„Ich bin einfach nur sprachlos. Ich träume von einem Sieg in der DTM, seit ich ein Kind war. Nun stehe ich hier oben auf dem Podium und weiß nicht, was ich sagen soll.

Das fühlt sich irgendwie unwirklich an. Wir sind mit unserer Strategie ein Risiko eingegangen, und es war wirklich hart, das Auto auf der Strecke zu halten, als es wieder anfing zu regnen.

Aber heute war einfach unser Tag. Es sollte wohl so sein, dass ich hier meinen ersten DTM-Sieg feiere. Das ist unglaublich.“

Misano (ITA) 26th August 2018. BMW M Motorsport, DTM, Round 7, Podium, Joel Eriksson (SWE), BMW M4 DTM, BMW Team RBM (c)BMW

Eine bewundernswerte Leistung zeigte auch Gaststarter Alessandro Zanardi. Der beinamputierte Rennfahrer, der in einem speziell umgebauten BMW M4 DTM in Misano an den Start ging, behielt bei schwierigen Bedingungen den Durchblick und wurde sensationell Fünfter.

Auf dem Weg zum ersten DTM-Sieg seiner Karriere profitierte Rookie Eriksson von einer gewagten, aber erfolgreichen Reifenstrategie: Im Gegensatz zu allen anderen Konkurrenten ging er auf Slickreifen ins Rennen.

Dadurch fiel er in der Anfangsphase zwischenzeitlich sogar bis auf Rang 18 zurück, wechselte dann aber rechtzeitig auf Regenreifen, denn eine Runde später musste nach einem Dreher von Lucas Auer das Safetycar ausrücken.

Damit verschaffte sich der 20-Jährige einen Vorteil, der bis zum Ende halten sollte. „Ein wirklich hartes Rennen, auf Slicks zu starten war ein Risiko. Anfangs wollte ich nur überleben.

Dann fing es an zu regnen und es war schwierig, den Wagen auf der Strecke zu halten. Ich wusste nicht, auf welcher Position ich lag. Umso größer die Freude, dass es zum Sieg gereicht hat.“

Neben Rookie Eriksson gab es noch einen weiteren Neueinsteiger der mit seinem Ergebnis mehr als zufrieden war: Alessandro Zanardi.

Misano (ITA) 26th August 2018. BMW M Motorsport, DTM, Round 7, Alessandro Zanardi (ITA), BMW M4 DTM, BMW Team RMR with his team (c)BMW

„Mein Speed war in einigen Teilen des Rennens okay, aber ich hatte Angst, weil ich niemandem im Weg stehen wollte. Danke an die DTM-Familie, die mich als 51-jährigen Rookie auf unvergleichliche Art und Weise begrüßt hat.

Ich kann es kaum erwarten, mit meinem Team jetzt ein Bier zu trinken und zu feiern“, fasste Zanardi sein DTM-Wochenende zusammen. „Platz fünf, das ist die beste Pointe des Wochenendes. Ich nehme dieses Ergebnis sehr gerne mit, immerhin werde ich in meinem Alter nicht mehr allzu viele Gelegenheiten haben, solche Erfolge im Rennsport zu feiern.

Ich hatte im Rennen einen sehr guten Speed und wusste gar nicht so recht, was ich machen sollte, als langsamere Fahrer vor mir auftauchten (lacht). Im Ernst: Ich bin sehr dankbar, dass mir BMW Motorsport diese Möglichkeit gegeben hat. Sie haben immer daran geglaubt, dass ich das schaffen kann.

Dieses Vertrauen ist ein großes Geschenk – und ich bin glücklich, dass ich es rechtfertigen konnte. Vielen Dank auch an die DTM-Familie, die mich mit offenen Armen empfangen hat. Ich werde dieses Wochenende immer in meinem Herzen tragen.

Es hat 51 Jahre gedauert, bis ich das erleben durfte – aber immerhin habe ich es erlebt (lacht)“, fasste die italienische Rennsportlegende das Wochenende zusammen.

Da er als Gaststarter keine Punkte bekommt, rücken die nachfolgenden Fahrer in der Punktewertung automatisch auf.

BMW Motorsportdirektor Jens Marquardt konnte sein Glück kaum fassen: „„Ich bin unglaublich stolz auf Joel. Herzlichen Glückwunsch zum ersten DTM-Sieg! Mit 20 Jahren ist er der zweitjüngste DTM-Sieger aller Zeiten.

Das werden wir nun feiern. Dass Alex Zanardi im gleichen Rennen mit seinen 51 Jahren Fünfter wird, ist einfach unglaublich. Er hat das gesamte Wochenende über einen großartigen Job gemacht.

Nachdem wir gestern für unsere mutige Strategie nicht belohnt wurden, haben wir heute das Quäntchen Glück auf unserer Seite gehabt.

Eigentlich sollte es im Rennen überhaupt nicht mehr regnen. Aber mit dieser Vorhersage haben alle danebengelegen. So wurde es ein ziemlich chaotisches Rennen – mit gutem Ausgang für uns.

Schade, dass hinter Joel und Alex nicht noch weitere unserer Fahrer in die Top-10 gekommen sind. Trotzdem versuchen wir nun, dieses Momentum mit an den Nürburgring zu nehmen.“

Bester Audi-Pilot wurde Rene Rast mit Platz 3. „Was für ein verrücktes Rennen“, sagte Rast. „Ich hatte von Platz fünf einen guten Start und war schon Dritter, ehe ich in Turn 2 fast umgedreht wurde. Ich dachte schon, das Rennen ist für mich gelaufen, aber irgendwie ist es mir gelungen, das Auto abzufangen.

Als das Safety-Car kam und ich noch nicht an der Box war, dachte ich, wir haben das Rennen verloren. Stattdessen ist es uns gelungen, noch den dritten Platz zu holen.“

Dessen Chef war ganz begeister ob des positiven Abaschneidens seiner Schützlinge. „Das war ein unglaubliches Rennen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass.

„Wir haben es geschafft, unter extrem schwierigen Bedingungen alle sechs Autos in die Punkte zu bringen. Das heißt, dass wir einen sehr guten Job und keine Fehler gemacht haben – vor allem natürlich die Fahrer, aber auch alle, die an der Strategie beteiligt waren.

Wir hatten abtrocknende Bedingungen erwartet. Stattdessen gab es einen kurzen Regenschauer vor dem Start und einen weiteren während des Rennens. Das hat die Dinge sehr kompliziert gemacht und für ein unglaubliches Rennen gesorgt.“

Im Mercedes-Lager gab es strahlende und enttäuschte Gesichter. Edo Mortara eroberte mit Platz 2 einen weiteren Podiumsplatz, am Samstag erzielte der Lokalmatador bereits Platz 3. „Ich hatte heute leider Pech mit dem Safety Car, aber das gehört im Rennsport dazu.

So etwas kann passieren. Am Ende habe ich zwei Podestplätze bei meinem Heimrennen in Misano einfahren können. Natürlich wollte ich in Italien unbedingt gewinnen, das ist mir leider nicht gelungen.

Aber ich bin dennoch mit dem Rennwochenende zufrieden. Ich hatte heute keine Probleme und eine richtig gute Pace. Mein Auto war im Rennen super konkurrenzfähig und das stimmt mich zuversichtlich für die restlichen Saisonrennen.“

Markenkollege Paul Di Resta, im Rennen Sechster und als Fünfter der Wertung mit zehn Zählern Plus auf seinem Konto, übernahm nach seinem Sieg am Vortag die Tabellenführung in der Fahrerwertung von seinem Markenkollegen Gary Paffett, der auch im Sonntagsrennen ohne Punkte blieb.

„Wir haben uns das Wochenende selber schwierig gemacht. Das Auto war super, aber um mich herum sind viele Dinge passiert, die wir nun aufarbeiten müssen.

Es war nicht das erste Regenrennen in der DTM, das ist also keine Entschuldigung. Ich wollte Punkte sammeln, das ist mir nicht gelungen“, äußerte sich Paffett, der DTM-Champion von 2005, enttäuscht.

Seit dem Samstagsrennen am Norisring hatte Paffett Platz eins in der Fahrerwertung inne. Misano war für den Briten ein Wochenende zum Vergessen: Am Sonntag kostete ihn ein verpatzter Boxenstopp wertvolle Zeit. Anschließend kam es zur Kollision mit seinem Markenkollegen Daniel Juncadella.

Mercedes DTM-Teamchef Ulrich Fritz meinte: „Das war ein sehr chaotisches Rennen, das wie auch gestern gemischte Gefühle bei uns hinterlässt. Auf der einen Seite sind wir natürlich über Edos zweiten Platz happy.

Auf der anderen Seite sind uns heute zu viele Fehler passiert, die ein besseres Abschneiden der gesamten Mannschaft verhindert haben. Angefangen mit den Problemen beim Boxenstopp von Gary, über Fahrfehler bis hin zu einer Kollision unserer Fahrer.

Das sind alles Dinge, die nicht passieren dürfen. Wichtig wird aber sein, genau zu analysieren, wie es jeweils dazu kam. Unterm Strich können wir mit dem Rennwochenende in Misano sicher zufrieden sein.“

In zwei Wochen startet die DTM auf dem Nürburgring. Vom 7. bis 9. September stehen dort die Saisonrennen 15 und 16 auf dem Programm.

Paul Di Resta reist als neuer Tabellenführer und mit 186 Punkten auf dem Konto in die Eifel. Paffett ist mit 177 Punkten Zweiter vor Mortara (138). Marco Wittmann liegt mit 112 Punkten als bester BMW-Pilot vor Auer (110) und Markenkollege Timo Glock (107) auf Rang vier.

Ergebnis Rennen 2 Misano:

Ergebnis Rennen 2 Misano Nachtrennen (c)DTM

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