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DTM: Di Resta gewinnt erstes DTM-Nachtrennen in Misano

Motorsports: DTM race Misano, Saison 2018 - 7. Event Misano, ITA, Gary Paffett ( GBR, Mercedes HWA AG ), Edoardo Mortara ( ITA, Mercedes HWA AG ),Paul di Resta ( GBR, Mercedes HWA AG ),Motorsports: DTM race Misano (c)DTM

Spektakuläre Bilder, spannende Positionskämpfe, zwei Safetycar-Phasen und am Ende ein strahlender Sieger – das waren die Zutaten für eine gelungene DTM-Premiere im italienischen Misano.

Durchgesetzt hat sich im ersten Nachtrennen der DTM-Geschichte Paul Di Resta im Mercedes-AMG C63 DTM. „Ich bin absolut glücklich. Das war ein perfekter Tag, auch wenn das Rennen schwierig war“, sagte er im Ziel.

Mit seinem dritten Saisonsieg verkürzte der Schotte den Rückstand auf den Führenden Gary Paffett auf nur einen Punkt.

Im Hinblick auf die Meisterschaftstabelle sagte di Resta: „Das war ein perfekter Tag für mich. Darüber bin ich natürlich extrem glücklich. Mehr kann man sich nicht wünschen.

Die Meisterschaft ist völlig offen und am Ende wird die Konstanz entscheidend sein. Heute war es wichtig, dass ich mich auf der Pole qualifizieren konnte.

Aber morgen ist ein neuer Tag. Dann ist es erneut mein Ziel, die Pole zu holen und das Rennen zu gewinnen. Aber das ist in der DTM leichter gesagt als getan.

Deshalb wird es wichtig, meine Serie an Punkteankünften und Podestplätzen fortzusetzen. Das ist in der DTM enorm viel wert“, so der Schotte.

Nicht ganz so glücklich dagegen war Markenkollege und Lokalmatador Edo Mortara, der auf Platz 3 landete.

Zuvor hatte der Italo-Schweizer Kontakt mit Tabellenführer Gary Paffett, der danach ausschied:

„Das war ein schwieriges Rennen für mich. Wir hatten leider einige Probleme mit dem Auto und es war nicht ganz sicher, ob ich das Rennen überhaupt würde beenden können.

So gesehen war es gut. Aber leider gab es die Berührung mit Gary. Ich war in der Mitte und konnte es nicht verhindern. Das war ganz sicher nicht optimal.

Deshalb bin ich mit dem Rennen heute auch nicht ganz zufrieden, obwohl ein Podestplatz für mich bei meinem Heimrennen an sich ein gutes Ergebnis ist“, sagte Mortara.

Paffett selbst war enttäuscht nach seinem Ausfall. „Das waren heute schwierige Bedingungen und ich bin leicht neben die Strecke abgekommen.

Ich habe versucht, so schnell wie möglich wieder auf die Bahn zurückzukommen und dann kam es zu einer Berührung mit Edo. Dabei ist leider meine Lenkung gebrochen.

Das ist natürlich sehr enttäuschend für mich“, so der Brite.

2018 Misano Siegerpodest (c)Mercedes,Hans-Dieter Seufert

Seinen ersten Podestplatz in der DTM feierte Audi-Pilot Robin Frijns. Der Niederländer wurde in einem turbulenten Rennen Zweiter vor Edoardo Mortara in einem weiteren Mercedes-AMG.

„Der Sieg war ein großer Schritt in der Tabelle. Aber das war alles andere als einfach – harte Arbeit. Ich hoffe, dass ich gut schlafe und mein Auto morgen wieder Top ist“, sagte Di Resta, der bei der Flutlicht-Premiere mit der Pole-Position und dem Sieg das Maximum von 28 Punkten am Samstag herausholte.

Auch Robin Frijns im Audi RS 5 DTM hatte allen Grund zur Freude. In seinem 13. DTM-Rennen sicherte der Niederländer den ersten Podestplatz. „Schon in Brands Hatch war ich schnell, blieb aber leider ohne Punkte.

Das Rennen heute hat sehr viel Spaß gemacht. Vor allem die letzte Runde war sensationell“, so Frijns, der sich im finalen Umlauf mit einem beherzten Überholmanöver noch an Mortara auf Platz zwei vorbeischob. „Edo hat einen Fehler gemacht, den ich nutzen konnte. Und dann hat er Platz gelassen. Das war ein tolles Duell.“

„Das war ein hartes und schwieriges Rennen“, sagte Frijns, der in seiner ersten DTM-Saison bereits zum sechsten Mal Punkte holte und nun in der Tabelle der drittbeste Audi-Fahrer ist.

„Am Anfang die feuchte Strecke, dann zwei Safety-Cars und auch danach jede Menge Chaos. Ich war froh, dass mein Auto in einem Stück geblieben ist und das ganze Rennen über richtig schnell war.

So konnte ich viele Autos überholen und mir in der letzten Runde auch noch den zweiten Platz schnappen. Ein toller Tag!“, strahlte der Abt-Schützling über beide Ohren.

Ensprechend zeigte sich Audi-Motorsportchef Dieter Gass zufrieden. „„In diesem tollen Rennen war wirklich alles drin“, so Gass. „Am Start fast alle Autos auf Regenreifen. Safety-Cars. Überholmanöver.

Viele harte Kämpfe, die meiner Meinung nach überwiegend fair waren. Was Robin (Frijns) am Ende des Rennens gemacht hat, war einfach fantastisch. Wir kennen Edoardo Mortara ziemlich gut und wissen, dass es fast unmöglich ist, ihn zu überholen – und das drei Kurven vor dem Ziel. Robin ist es trotzdem gelungen“, konnte der Audi-Verantwortliche sein Glück kaum fassen.

Für eine kleine Sensation hätte im 13. DTM-Saisonrennen beinahe Philipp Eng gesorgt. Von Platz 18 ins Rennen gestartet war der Österreicher zwischenzeitlich bis auf Platz eins vorgefahren. Am Ende belegte er im BMW M4 DTM Platz acht.

„Ich hätte mir den ersten Sieg für mich und mein Team so sehr gewünscht. Das Rennen war spannend. Ich habe ausgeteilt und eingesteckt und am Ende war der Zustand meines Autos nicht mehr perfekt.

Mein Team hat alles richtig gemacht. Wir hatten eine super Strategie und einen guten Boxenstopp. Ich kam dann wie eine Rakete aus der Box raus und bin mehrere schnellste Runden gefahren.

Auf einmal war ich auf Platz eins, nachdem ich ein Auto nach dem anderen überholt hatte. Dabei hat mein Auto auch einiges abgekriegt. Aber genau so muss DTM sein. Jeder teilt mal aus, und jeder muss auch mal einstecken.

Rund zwölf Minuten vor Schluss haben sich die Folgeschäden von den Kontakten bemerkbar gemacht. Dann ging nichts mehr. Aber dennoch überwiegt das Positive für mich, vor allem nach dem schlechten Qualifying“, resümierte der Österreicher.

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt war nicht ganz glücklich ob des Rennausgangs. „„Das war ein spektakuläres Nachtrennen bei schwierigen Bedingungen mit viel Action für die Fans“, so Marquardt.

„Leider war das Resultat für uns ernüchternd. Zunächst hat sich die Strategie, auf Trockenreifen zu setzen, ausgezahlt. Das Safety Car hat uns dann jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach dem Restart waren wir mit Philipp und Timo (Glock; Anmerkung der Redaktion) sehr gut positioniert. Doch beide büßten in der Schlussphase bei harten Zweikämpfen die Performance ihrer Autos ein. Wir haben drei Fahrzeuge in die Top-10 gebracht – aber hier war deutlich mehr drin“, fasste der Münchner Verantwortliche zusammen.

Zwei Safetycar-Phasen und die anschließenden Indy-Restarts sorgten für zusätzliche Spannung. Der ersten von Runde neun bis 12 war eine Berührung zwischen den Mercedes-AMG-Kollegen Mortara und Paffett vorausgegangen, die für den Führenden der Fahrerwertung das vorzeitige Aus bedeutete.

In der 14. Runde musste das Safetycar für drei Runden erneut ausrücken.

Ein gutes Rennen absolvierte DTM-Gaststarter Alessandro Zanardi. Im BMW M4 DTM wurde der mehrfache Paralympics-Sieger auf Rang 13 abgewinkt. „Ich bin superzufrieden“, sagte der Italiener, der in einem speziell entwickelten Rennfahrzeug ohne seine Beinprotesen gefahren ist.

„Für mich gibt es jede Menge Gründe, zu lächeln. Und ich habe viel gelernt, was ich morgen im zweiten Rennen umsetzen möchte.“

Zanardis Chef BMW-Motorsportdirektor Marquardt konnte sich über dessen Leistung sehr freuen. „Alex hat sich bei seiner DTM-Premiere vor heimischer Kulisse super geschlagen. Er hat sich aus allem rausgehalten und das Auto auf Position 13 ins Ziel gebracht“, sagte Marquardt.

Gemischte Gefühle zeigte Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz trotz des Sieges di Resta. „Gratulation an Paul zum verdienten Sieg! Die Bedingungen waren heute extrem schwierig.

Zum Rennstart war es noch ziemlich nass, dazu kam die Dunkelheit und eine Strecke, auf der die Jungs noch nie gefahren sind.

Uns war klar, dass dementsprechend viel passieren kann. So sehr wir uns alle über den Sieg und Edos Podiumsplatzierung freuen, hinterlässt das Rennen gemischte Gefühle.

Wir haben drei Autos verloren, noch dazu Gary, der in einer hervorragenden Position lag. Das ist natürlich extrem schade“, sagte Fritz zu später Stunde.

Ergebnis Race 1 Misano (c)DTM
 

In der DTM-Fahrerwertung liegt nach 13 von 20 Saisonrennen weiter der dreimalige Saisonsieger Paffett in Führung. Mit 177 Punkten auf dem Konto liegt er nur noch einen Zähler vor Di Resta (176).

Dritter ist Mortara (118) vor dem besten BMW-Piloten Marco Wittmann (112). Lucas Auer (Mercedes-AMG, 110) und Timo Glock (BMW, 107) belegen die Positionen fünf und sechs.

Das zweite DTM-Nachtrennen in Misano wird am Sonntag um 22:30 Uhr gestartet. Kabel eins berichtet am Sonntagabend ab 22:15 Uhr live.

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