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DTM: Mercedes-Boss Ulrich Fritz warnt: „Haben die Titel noch nicht in der Tasche“

Fritz und Ludwig_Boxenfunk (c)EHirsch

Die Reise an die Nordseeküste hat sich für das Mercedes-Team wahrlich gelohnt. Am Sonntagabend reiste die Mannschaft mit fünf von sechs möglichen Podestplätzen aus Zandvoort ab.

Ein fast perfektes Wochenende, das der Mannschaft unter anderem einen Vierfachsieg, ein Doppelpodium und eine dreifache Meisterschaftsführung einbrachte.

Besonders Samstagssieger Gary Paffett hatte Grund zur Freude. So baute er nicht nur seine Führung in der Fahrerwertung aus, sondern zog mit seinem 23. DTM-Sieg auch mit Mattias Ekström gleich.

Nur Rekordmeister Bernd Schneider (43 Siege) und Klaus Ludwig (37 Siege, im Bild rechts) haben noch öfter gewonnen. Nach dem Sieg und zwei Pole Positions hatte Gary im zweiten Lauf am Sonntag noch eine weitere Bestmarke vor Augen: Seit der Einführung des neuen Formats mit zwei Qualifyings und Rennen pro Wochenende im Jahr 2015 ist es noch keinem Fahrer gelungen, an einem Wochenende zwei Poles und zwei Siege einzufahren. Als Zweiter verpasste er dieses Ziel hauchdünn, aber wir haben ja erst Halbzeit in der DTM-Saison 2018…

Es läuft also wie am Schnürchen für die Sterne-Piloten. Entsprechend zufrieden zeigt sich Mercedes-Boss Ulrich Fritz zur Saisonhalbzeit. Im Interview traut Fritz den Braten noch nicht, dass die Titel nach Affalterbach gehen. Außerdem äußert sich der Mercedes-Boss zur Stallorder und wer zur Saisonhalbzeit der große Gewinner der DTM-Saison ist.

Uli, wir haben Halbzeit in der DTM. Wie fällt Dein Fazit für die erste Saisonhälfte aus?
Ulrich Fritz: Zur Halbzeit der Saison in allen Meisterschaften deutlich zu führen, damit haben wir zum Start der Saison sicher nicht gerechnet. Wir wussten, dass wir in der Vorbereitung sehr viel Energie in unsere letzte Saison investiert haben, daher ist es für die gesamte Mannschaft auch der verdiente Lohn.

Und um ehrlich zu sein, ein bisschen Genugtuung schwingt auch mit. Ich kann mich noch sehr gut an die Kommentare zum Auftakt in Hockenheim erinnern, als uns vorgeworfen wurde, dass wir in diesem Jahr eigentlich nur Teilnehmer wären, aber sportlich keine Rolle spielen würden. Davon ist jetzt nichts mehr zu hören.

Aber ich warne auch davor, zu glauben, dass wir die Titel bereits in der Tasche haben. Dem ist sicherlich nicht so. BMW war die ganze Saison fast immer bei der Musik und auch Audi ist seit Zandvoort wieder voll mit dabei. Wenn wir jetzt nachlassen würden, dann schmilzt unser Vorsprung ganz schnell dahin.

Wer ist für Dich bisher der größte Gewinner der ersten Saisonhälfte?
Fritz: Alles in allem würde ich sagen: der Fan. Die ganzen Änderungen, die wir vor der Saison beschlossen haben, zeigen auf jeden Fall Wirkung. Wir haben tolle Rennen mit spektakulären Zweikämpfen gesehen. Eben das, was der Zuschauer sich von der DTM wünscht.

Rein sportlich ist es jetzt mit Blick auf die Tabelle nicht so schwierig, eine Antwort zu finden. Gary liefert bisher eine Wahnsinns-Saison ab. Vor dem ersten Rennen haben wir noch darüber gewitzelt, dass er unter mir noch kein Rennen gewinnen konnte, andere haben schon Hochrechnungen angestellt, wie viele Tage er sieglos ist und jetzt hat er schon drei Saisonsiege nach 10 Rennen auf dem Konto.

Es gibt schon Aussagen und Gerüchte, die in die Richtung zielen, dass schon festgelegt wurde, dass alle Mercedes-Fahrer für Gary fahren müssen. Was sagst Du dazu?
Fritz: Das ist Quatsch. Es gibt definitiv keine Ansagen in diese Richtung. Bei uns darf jeder gewinnen. Es wäre nicht gerade clever, wenn wir uns nach 10 Rennen auf einen Fahrer festlegen würden, obwohl fünf unserer Jungs in den Top-8 der Meisterschaft stehen.

Je mehr Eisen du am Ende noch im Feuer hast, desto besser. Die Vergangenheit hat ja gezeigt, wie schnell es geht, dass ein Fahrer mal zwei, drei Nullrunden einfährt. Dann ist es gut, wenn man mehrere Kandidaten auf den Titel hat.

Viele der Kommentare gehören ja auch einfach zum Geschäft und dienen dazu, Unruhe zu stiften oder von anderen Dingen abzulenken. Das sollte man nicht zu ernst nehmen.

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