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DTM: Marco Wittmann schreibt ‚Fränkische‘ Geschichte, Sieg am Norisring

#11 Marco Wittmann, BMW M4 DTM,DTM Norisring 2018, Nürnberg (c)DTM

BMW-Pilot Marco Wittmann schrieb ‚Fränkische‘ Geschichte. Neun Rennen auf dem Norisring musste der Lokalmatador auf diesen Augenblick warten, bei seinem Heimspiel auf dem Stadtkurs in Nürnberg ein DTM-Rennen zu gewinnen. Am Sonntag war es endlich soweit. Der Fürther siegte in einem unglaublich spannenden Rennen und sicherte sich den elften DTM-Sieg seiner Karriere, den zweiten der laufenden Saison.

Seiner Freude verlieh der Rennsieger noch im Auto lautstark Ausdruck: „Hammergeil! Das ist der absolute Hammer! Das war das Rennen meines Lebens“, jubelte der BMW-Pilot über den Teamfunk.

Platz zwei im achten Rennen der Saison belegte Edoardo Mortara im Mercedes-AMG C 63 DTM. Grund zum Jubeln hatte auch Daniel Juncadella (Mercedes). Nach seiner ersten Pole-Position feierte der Spanier am Sonntag als Dritter auch seine erste Podiumsplatzierung in der DTM. Bester Audi-Pilot wurde Nico Müller auf Platz 7.

Marco Wittmann, der den großen Pokal für den Sieg von Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder in Empfang nahm, war am Sonntag nicht zu schlagen. Von Platz sieben aus in das Rennen gestartet, fuhr Wittmann wie entfesselt, lieferte sich unzählige Zweikämpfe und übernahm in Runde 24 – in der Boxenstopp-bereinigten Reihenfolge – Platz eins von Mortara.

„Ich glaube, ich habe einen Puls von 150. Die Emotionen sind Wahnsinn“, freute sich der Franke Wittmann über beide Ohren. „Sein Heimrennen gewinnt man nicht alle Tage. Ich habe es hier schon so oft versucht, und es hat nie geklappt. Dass es heute von Platz sieben auf Platz eins nach vorn ging, das hätte ich niemals geglaubt. Wir hatten eine mega Pace. Ich bin das Rennen meines Lebens gefahren – mit einigen tollen Überholmanövern. Meine Jungs haben einen unfassbaren Job gemacht. Das Auto war sensationell. Es ist super schön, jetzt mit zwei Trophäen vom Norisring nach Hause zu gehen“, konnte der Lokalmatador sein Glück kaum fassen.

Rennen 2 Norisring (c)Hankook

Erst in der Schlussphase des Rennens konnte Mortara wieder aufschließen, für einen Angriff auf Wittmann reichte es aber nicht mehr. „Das war ein unglaubliches Wochenende und ich wünsche mir mehr wie dieses. Ich glaube, es war ein perfektes Wochenende“, sagte Mortara.

„Unglaublich, erst der Sieg gestern und dann heute noch ein zweiter Platz. Das ist spitze“, freute sich der Italiener. „Speziell nach so einem super spannenden Rennen. Ich bin von P5 gestartet und habe schon nach der ersten Runde meinen Boxenstopp absolviert. Das war sicherlich schwierig mit den Reifen, aber das Auto war heute viel besser und alles ist gut gegangen. Es ist aber noch zu früh, um über die Meisterschaft nachzudenken. Es stehen noch viele Rennwochenenden an. Dieses Wochenende ist es super gelaufen und ich hoffe, dass ich in dieser Saison noch mehr solcher Tage erleben werde. Dann sehen wir weiter. Gratulation auch an Marco (Wittmann). Ich habe alles gegeben, aber er hat einen super Job abgeliefert. Aus Sicht unseres Teams war es ein klasse Wochenende“, fasste der neue Tabellenzweite das Norisring-Wochenende zusammen.

Die Trophäe für den Erfolg überreichte der Formel-1-Weltmeister von 2016, Nico Rosberg, der das Rennen aus der Box des Audi Sport Teams Rosberg gebannt verfolgt hatte. Damit stand Mortara zum insgesamt 25. Mal in seiner DTM-Karriere auf dem Treppchen.

Markenkollege Juncadella war ebenfalls glücklich, nachdem er in seinem 64. DTM-Rennen zum ersten Podiumsplatz fuhr. „Natürlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, aber wenn ich das nächste Mal auf Startplatz eins stehe, dann möchte ich auch gewinnen.“

Eine starke Aufholjagd zeigte am Norisring Robin Frijns. Der Audi-Pilot war von Platz 16 in das Rennen gestartet und sah nach 68 Runden als Achter die Zielflagge. Markenkollege Nico Müller war als Siebter bestplatzierter Fahrer der Ingolstädter. Als bester Audi-Pilot von Startplatz elf ins Rennen gegangen, machte der Schweizer gleich am Start mehrere Positionen gut. Nach einem frühen Reifenwechsel behauptete sich Müller in einer hart umkämpften Gruppe von BMW- und Mercedes-Benz-Piloten und überquerte die Ziellinie schließlich als Siebter.

„Das war ein hart umkämpftes Rennen“, sagte Nico Müller. „Wir haben uns auf dieser Strecke schwergetan, aber wir haben wichtige Punkte gesammelt, das ist ein kleiner Lohn für die harte Arbeit. Das Team hat das ganze Wochenende über einen tollen Job gemacht. Am Samstag hatten wir etwas Pech, sonst hätten wir da auch schon Punkte geholt. Nun freue ich mich schon auf Zandvoort. Ich hoffe, dass wir dort wieder etwas stärker sein werden“, zeigte sich der Audi-Pilot zufrieden.

Für den bisherigen Tabellenführer Timo Glock (BMW) lief das Norisring-Wochenede nicht nach Wunsch, zweimal Platz 10 war nicht das erhoffte Punkte-Ergebnis beim BMW-Heimspiel. Dennoch ist Glock nach wie vor bei der Musik im Kampf um den Titel dabei, lieferte sich ein faszinierendes, rundenlanges Rad-an-Rad-Duell mit Tabellenführer Gary Paffett (Mercedes) um einen Top Ten-Platz.

„Auch das war wieder ein schwieriges Rennen. Die Pace war auch heute nicht so, dass ich mich richtig wohl gefühlt hätte“, resümierte Glock. „Ich hatte einen relativ harten Fight mit Gary Paffett und habe versucht, den letzten Punkt irgendwie mitzunehmen. Das hat geklappt. Das Duell mit Gary war wieder intensiv, wir haben uns einige Male berührt. Zwei Punkte sind natürlich nicht die erhoffte Ausbeute vom Wochenende. Aber wir sind auch weiter im Kampf um die Spitze dabei. Alles liegt jetzt sehr eng zusammen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir in den nächsten Rennen wieder besser aufgestellt sind. Glückwunsch an Marco zum Heimsieg. Er ist ein sehr starkes Rennen gefahren“, führte der Ex-Formel-1-Pilot fort.

Paffett dagegen ärgerte sich mehrmals lautstark ob der Fahrweise des Deutschen und machte seinen Ärger bereits während des Duells via Boxenfunk Luft. „Ich habe mehrmals versucht, ihn zu überholen. Aber er hat mich immer in die Mauer gedrückt. Damit war das Rennen für mich gelaufen. Ich fand das teilweise nicht unbedingt fair von Timo. Damit hatte ich nach dem großartigen Rennen in Hockenheim nicht gerechnet“, so der Brite-

In der DTM-Fahrerwertung ist die Spitze nach acht von 20 DTM-Saisonrennen noch enger zusammengerückt. Gary Paffett führt das Tableau mit 99 Punkten weiter an. Seinen zweiten Platz aus dem Qualifying konnte der Brite nicht in eine Top-10-Platzierung ummünzen und wurde nur als 13. abgewinkt. Auf Tabellenplatz zwei liegt jetzt Markenkollege Mortara mit 93 Punkten vor Wittmann und Glock (beide 92 Punkte). Paul Di Resta ist mit 87 Punkten Fünfter. Lucas Auer ist mit 72 Zählern auf Platz sechs ebenfalls in Schlagdistanz zur Spitze.

Nach einer dreiwöchigen Pause startet die DTM wieder vom 13. bis 16 Juli 2018 im niederländischen Zandvoort. Der Kurs an der Nordseeküste ist Austragungsort für die Saisonrennen neun und zehn.

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